Das regionale Demenz Netzwerk Lahnstein feiert seinen 20. Geburtstag

Seit der Gründung im Jahr 2006 haben sich im Netzwerk Einrichtungen, Dienste, interessierte Einzelpersonen, Behörden und Organisationen zusammengeschlossen, um Menschen, die an Demenz erkrankt sind, und deren Angehörigen konkreten Rat und Hilfe zu bieten und dadurch deren Situation zu verbessern. 2006 gab es im Rhein-Lahn-Kreis neben den bestehenden ambulanten, teilstationären und stationären Angeboten kaum Anlaufstellen und Entlastungsangebot für betroffene Familien. Die Einrichtungen und Dienste hatten jeweils eigene Angebote. Einen koordinierten Austausch und eine Vernetzung der bestehenden Strukturen gab es nicht. Bei den Vorüberlegungen zur Gründung des Netzwerks Demenz haben sich die beteiligten Partner nach dem Diezer Vorbild bewusst für einen überschaubaren, regionalen Zusammenschluss entschieden, um zeit-, wohnortnah und unbürokratisch neue Wege gehen zu können.

Seit dieser Zeit gab es viele unterschiedliche Projekte, Vorträge, Schulungen für z.B. pflegende Angehörige, bzw. auch zur Entlastung pflegender Angehöriger.

Im Rhein-Lahn-Kreis gibt es vier Regionale Netzwerke, die sich per Kooperationsvertrag mit dem Kreml-Kulturhaus e.V. 2019 zu einem kreisweiten Verbund zusammengeschlossen haben.  Die Demenz Netzwerke Rhein-Lahn verbinden die regionalen Netzwerke und planen kreisweit übergreifend Veranstaltungen.

Das alles ist ein Grund zum Feiern. Deshalb laden das regionale Netzwerk Lahnstein sowie das kreisweite Netzwerk am 23.10.2026 ab 18 Uhr zu einer Theatervorstellung der besonderen Art ein. Im Jugendkulturzentrum in Lahnstein wird das Stück „Du bist meine Mutter“ gezeigt, in der Hauptrolle ist Achim Conrad zu sehen. Der Eintritt ist an diesem Abend frei.

Zum Inhalt: Der holländische Schauspieler Joop Admiraal besuchte jeden Sonntag seine 80jährige alzheimerkranke Mutter im Pflegeheim. Diesen Vorgang hat er 1981 in einen ungewöhnlichen Theaterabend umgesetzt: Er spielte sowohl sich selbst als auch seine Mutter. Mit dieser subtilen Gratwanderung zwischen Privatem und allgemein nachvollziehbarem Geschehen, zwischen Komik und Melancholie, hat er seiner Mutter ein erschütterndes Denkmal gesetzt: ein zeitlos schönes, bestürzend komisches Stück Theater über die Schrecken und Absonderlichkeiten des Alters, das Mit – und Gegeneinander von Jung und Alt und überhaupt das Leben, die Liebe.

Ein weiteres Highlight anlässlich des Jubiläums wird ein Gottesdienst für Menschen mit und ohne Demenz sein. In der kath. Pfarrkirche St.Martin in Lahnstein findet am 24.10. um 16 Uhr ein für Menschen mit Demenz und deren Angehörige gestalteter Gottesdienst statt. Zuvor ab 15.15 Uhr besteht auf dem Platz vor der Kirche bei einer Tasse Kaffee oder Tee Gelegenheit zum Kennenlernen und Austausch für die Besucher des Gottesdienstes. Der Zugang zur Kirche ist barrierefrei, Toiletten sind vorhanden.

Sektempfang und Grußworte

Freitag, 23.10.2026., 18.00 Uhr

Theateraufführung im Jugendkulturzentrum in Lahnstein

Freitag, 23.10.2026 19.00 Uhr | Eintritt frei

Kennen lernen und Austausch auf dem Kirchplatz St. Martin

Samstag, 24.10.2026 15.15 Uhr

Gottesdienst für Menschen mit und ohne Demenz in der Pfarrkirche St. Martin        

Samstag, 24.10.2026 16.00 Uhr

Ergänzende Info zum Theaterstück:

Inzwischen wurde „Du bist meine Mutter“ in ganz Europa erfolgreich nachgespielt. Es wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Adolph-Grimme-Preis und mit dem niederländischen Louis D’Or und war in der Fachzeitschrift THEATER HEUTE Stück des Jahres. Die Inszenierung des movingtheatre.de – in der Regie von Bernd Sass mit Achim Conrad als Joop – war fest im Repertoire des Theaters Dortmund, des Altonaer Theaters Hamburg und des Staatstheaters Mainz zu sehen sowie deutschlandweit als Gastspiel an verschiedenen Bühnen in bisher über 150 Vorstellungen.

Achim Conrad ist seit 1988 als Schauspieler und Sänger u.a. an den Theatern in Dortmund, Mainz, Regensburg, Innsbruck, Wuppertal und dem Volkstheater Wien engagiert. Seit 2006 arbeitet er regelmäßig auch als Regisseur u.a. am Theater Regensburg, dem Staatstheater Augsburg und den Kreuzgangfestspielen in Feuchtwangen.