Was ist Demenz und was macht sie mit den Betroffenen?

Demenz wird in der wissenschaftlichen Diskussion anhand diagnostischer Kriterien beschrieben. Eine Demenz ist demzufolge eine Kombination von Symptomen des zunehmenden Abbaus kognitiver, emotionaler und sozialer Fähigkeiten, die im Verlaufe der Krankheit zu einer Beeinträchtigung beruflicher und später allgemein sozialer Funktionen führen. Als Leitsymptom gilt die Gedächtnisstörung.

Am Anfang der Erkrankung stehen Störungen des Kurzzeitgedächtnisses und der Merkfähigkeit, später folgen Störungen in der Orientierungsfähigkeit.

Im weiteren Verlauf kann der betroffene Mensch immer weniger auf bereits eingeprägte Inhalte des Langzeitgedächtnisses zurückgreifen, so dass er auch die während des Lebens erworbenen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten verliert.

Wenn ein Mensch an Alzheimer oder einer anderen Form der Demenz erkrankt, betrifft das auch die Familie. Im Verlauf der Krankheit gehen vor allem pflegende Angehörige durch ein Wechselbad von Gefühlen. Schmerz und Mitleid gehören ebenso dazu wie Hilflosigkeit, Ärger, Wut, Trauer und Verzweiflung.

Daneben müssen sie ganz praktische Herausforderungen bewältigen. Pflegende Angehörige verwenden einen großen Teil ihrer Zeit und Kraft darauf, sich zum Beispiel um die demenzkranke Ehefrau, den Vater oder die Schwiegermutter zu kümmern. Umso wichtiger ist es, sich rechtzeitig Unterstützung zu holen und sich gut über Alzheimer und andere Formen der Demenz zu informieren. Mit der Zeit entwickeln viele pflegende Angehörige so ein gutes Gespür dafür, ihre kranken Angehörigen im Alltag richtig zu unterstützen und demenzgerecht zu kommunizieren. Auch mit der Krankheit erleben sie schöne Stunden miteinander.

Formen der Demenz

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Alzheimer

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Vaskuläre Demenz

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Mischformen

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Andere Arten

Priv.-Doz. Dr. med. Arian Mobascher
Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Lahnstein

»Der Zusammenhalt in unserer Gesellschaft wird daran deutlich, wie wir mit psychisch kranken und gebrechlichen Menschen umgehen. Wir werden immer älter, damit werden Demenzen und andere psychische Erkrankungen im Alter immer häufiger. Betroffene und Angehörige bedürfen einer lebensnahen, praktischen Hilfe.

Gleichzeitig muss eine wohnortnahe state-of-the-art medizinische Versorgung gewährleistet sein. Das Demenz Netzwerk Rhein-Lahn schafft die erforderlichen Strukturen, für eine konkrete und multiprofessionelle Unterstützung.«

Häufigkeit von Demenz

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Über 90 Jahre

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75-90 Jahre

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70-75 Jahre

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Unter 69 Jahre

Tipps im Umgang mit Demenzkranken:

Rat und Hilfe

Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen sind nicht allein. Für Betroffene, die im Frühstadium der Krankheit oft verzweifelt sind, gibt es Hilfsangebote. Auch pflegende Angehörige finden bei zahlreichen Organisationen Rat und können in Selbsthilfegruppen Erfahrungen austauschen. Zudem bieten die Pflegekassen Schulungen für Angehörige an.

Schönes erleben

Menschen mit Demenz erinnern sich noch lange Zeit rege an ihre Kindheit und Jugend, die Sie als Angehörige am besten kennen. Nutzen Sie Ihr Wissen, um diese Erinnerungen zu wecken und gemeinsam Schönes zu erleben – beispielsweise beim Musikhören oder Ansehen alter Fotos, beim Kuchenbacken, durch den Duft des Lieblingsparfums oder indem Sie gemeinsam einen Ausflug machen.

Richtig kommunizieren

Menschen mit Demenz verlieren nach und nach die Fähigkeit zu kommunizieren. Das ist für alle Betroffenen schmerzlich. Normale Gespräche mit der Mutter oder dem Vater, dem Partner oder der Partnerin werden zunächst schwierig, dann unmöglich. Wichtig ist es, sich immer wieder in die Situation des Kranken zu versetzen. Dann finden sich Wege, um miteinander im Kontakt und im Gespräch zu bleiben.

Im Alltag unterstützen

Je weiter eine Demenz fortschreitet, desto schwerer fallen selbst die einfachsten Tätigkeiten: Beim Anziehen passieren Fehler, die Morgentoilette dauert länger als bisher und der Weg zur Post erscheint wie ein Labyrinth. Dennoch sollten Angehörige einem Betroffenen nicht alles abnehmen. Hilfe zur Selbsthilfe lautet die Devise. Sie trägt dazu bei, dass Menschen mit Demenz länger selbstständig bleiben.

Konflikte bewältigen

Menschen mit Demenz können unfreundlich und aggressiv erscheinen. Das liegt oft daran, dass sie Handlungen und Situationen nicht mehr verstehen. Sie finden sich in ihrer Umgebung nicht mehr zurecht und können sich immer weniger verständigen. Angehörige und Pflegende können Konflikte oftmals durch ihr Verhalten vermeiden. Es kann sinnvoll sein, Hilfe von außen in Anspruch zu nehmen.

Überforderung vermeiden

Es ist gut und richtig, füreinander da zu sein. Doch niemand verlangt von Pflegenden, dass sie sich selbst aufgeben. Um selbst gesund zu bleiben, sollten sie von Verwandten, Freunden, Nachbarn und professionellen Pflegekräften Hilfe einfordern. Das schafft Freiräume, schützt vor Überlastung und verhindert, dass die Demenz eines Familienmitglieds das eigene Leben vollständig bestimmt.

Ratgeber Demenz

Weitere hilfreiche Informationen und Broschüren haben wir für Sie auf der Seite »Links« zusammen gestellt.